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JLK-Lehrgang in Berlin

Berlin, Berlin, eine Woche in Berlin. Vom 28.03 bis zum 03.04 durfte ich den Hessischen Fußballverband beim 33. internationalen Osterlehrgang in Berlin in der Sportschule am Wannsee vertreten. Zu Beginn des Lehrgangs stand zunächst das große Kennenlernen auf dem Programm. Schließlich trafen sich über 40 neue Gesichter des Juniorenleistungskaders des Verbandes Berlins, junge Schiedsrichter aus allen Landesverbänden, der Schweiz und aus Wien. Nach der Eröffnung des Lehrgangs und einer ersten kurzen Trainingseinheit stellten die Gäste aus dem Ausland ihr jeweiliges Schiedsrichter-System vor. Interessant ist hierbei zum Beispiel, dass es in Wien zweimal die Woche ein extra Training für die Schiedsrichter gibt.

Am nächsten Tag machten wir eine Spielbeobachtung eines Spiels der Berlin-Liga und analysierten im Anschluss ausführlich die Leistung des aus drei Nationen bestehenden SR-Gespanns. Sportlich durften an diesem Tag natürlich nicht der Frühsport und eine weitere Trainingseinheit fehlen.
Montag war der Tag der Leistungsprüfungen. Diese bestanden aus Laufen, Sprinten und dem auch für uns obligatorischen Regeltest. Diese Prüfungen wurden in Breite souverän gemeistert. Um die mittlerweile schon etwas in Anspruch genommenen Muskeln zu schonen, stand am Nachmittag eine regenerative Einheit auf dem Programm: kurzes Auslaufen, Dehnen und Übungen mit der Faszienrolle. Der Kopf wurde allerdings in einem Regeltest auf Englisch nochmal voll gefordert; eine ganz neue und spannende Erfahrung für mich. Das Abendprogramm bestand aus einem spannenden Vortrag von DFB-Lehrwart Lutz Wagner, der über aktuellen Themen referierte und uns gute Tipps für unseren weiteren Werdegang gegeben hat. Im Anschluss haben wir mit ihm noch gemeinsam das Länderspiel gegen Ghana geschaut.
Da wir nun schonmal in Berlin waren, musste Berlin natürlich auch erkundet werden. Zur Vorbereitung gab es erstmal einen kleinen Test zu Berlin. Dieser diente als kleines Warmup für den Tag und so machten wir uns in kleinen Gruppen in die Stadt auf, schauten uns das Reichstagsgebäude, das Brandenburger Tor und zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten an. Gestärkt wurde sich mit typisch berlinerischem Essen. Der krönende Abschluss war dann der Besuch des neuen Berliner Musicals „Wir sind am Leben“ im Theater des Westens, welches uns auf eine Zeitreise in das Berlin der frühen 90er Jahre schickte und uns alle begeisterte. Der Mittwoch bot uns dann ein sehr vielfältiges Programm. Zunächst der Frühsport am kalten Berliner Morgen und dann ein „Chaos-Regeltest“. Laute Musik, Videoszenen, Fragen bei denen auf einmal Wörter verschwinden und rückwärts geschrieben sind, das alles sind die Besonderheiten dieses Testes, der uns trainieren soll, auch in hektischen Situationen einen ruhigen Kopf bewahren zu können. Anschließend hatten wir eine gekoppelte Theorie-und Praxiseinheit zum Thema Mann- vs. Raumdeckung. Das Besondere dabei war, dass der Vortrag nicht von einem SR-Kollegen gehalten wurde, sondern von einem Berliner Fußballtrainer; also hier ein interessanter Perspektivwechsel. Danach wurde unser Auge für Abseitssituationen trainiert. Genauer gesagt: eine schnelle gegenläufige Bewegung und dann entscheiden, ob Abseits oder kein Abseits. Unsere Leistungen hierbei wurden auf Video aufgezeichnet und danach analysiert. Kurz danach folgte ein spannender Vortrag von Florian Lechner (Schiedsrichter der 2. Liga) zum Thema „Entscheiden in Drucksituationen“. Woher kann alles Druck kommen und wie können wir damit umgehen und bestmöglich die richtige Entscheidung treffen. Vor allem war es sehr interessant, von Erfahrungen eins aktiven Profischiedsrichters dazu zu hören. Am späteren Abend hielt ein Vertreter der Schweizer Delegation ein Referat dazu, was alles bei einem Freistoß beachtet werden muss. Ein auf den ersten Blick simples Thema, was aber durchaus seine Tücken aufweist. Und schon stand der letzte volle Tag an, aber nochmal mit einem herausfordernden und ebenso spannenden Programm. Um kurz vor 7 Uhr wurden wir von Bundesliga-Assistent Robert Wessel zu einer Laufeinheit erwartet. Diese war noch vergleichsweise locker im Vergleich zu dem, was noch kommen sollte. Zunächst folgte allerdings ein theoretischer Input von FIFA-Assistent Lasse Koslowski. Zusammen schauten wir uns viele Szenen aus der Bundesliga an, beschrieben diese zunächst, bewerteten und lernten unsere Entscheidungen auch regelgerecht und verständlich für jeden zu begründen. Nach der ganzen Woche waren die Beine und Muskeln zwar schon ziemlich müde, aber in der letzten Einheit holte Robert Wessel nochmal alles Restliche aus uns raus. Erst zeigte er uns auf dem Sportplatz, was zu einem richtigen Aufwärmen vor einem Spiel gehört und auch wie man sich gemeinsam im Gespann außenwirksam auf das Spiel vorbereitet. Danach ging es in der Turnhalle weiter. Ein intensives Workout brachte uns nochmal an unsere Grenzen. Doch gemeinsam als Gruppe konnten wir auch diese Aufgabe bewältigen. Nach der Mittagspause stand die letzte Theorieeinheit an, zusammen mit Kai Kaltwaßer (Assistent der 3. Liga) behandelten wir die Regelauslegung bei Abseitssituationen. Wir arbeiteten die Kriterien heraus, wann ein Abseits strafbar wird, obwohl der Ball gar nicht vom nun strafbaren Spieler berührt wurde. Das erlangte Wissen wurde dann noch auf mehrere Szenen angewandt. Während des ganzen Lehrgangs durfte der Spaß natürlich nicht zu kurz kommen. So stand noch an diesem Nachmittag ein Fußballturnier auf dem Plan, bei diesem bewiesen wurde, dass nicht jeder von uns aufgrund fußballerischer Mängel Schiedsrichter geworden ist. Das Abendprogramm war auch von Spaß geprägt. Egal ob Kickern, Billiard spielen oder Karaoke singen, der Abend hat einmal mehr gezeigt, dass wir als Gruppe in dieser Woche schon echt zusammengewachsen sind, obwohl ein Großteil sich erst seit einer Woche kannte. Dieser gesellige Abend markierte gleichzeitig das Ende des Osterlehrgangs.

Ich blicke zurück auf eine unvergessliche Woche. Der Lehrgang bedeutete eine intensive Zeit mit vielen neuen Begegnungen, spannenden Einheiten und sehr vielen bereichernden Tipps und Tricks, die unsere Spielleitungen verbessern können. Es wurden für mich viele neue Perspektiven, unter anderem bezogen auf Schiedsrichter dienlichem Training, eröffnet, welche im „normalen“ Schiedsrichter-Alltag keinen Platz finden. Die Vorträge der zahlreichenReferenten ermöglichten tiefe Einblick in das jeweils behandelte Thema und wurden durch die persönlichen Erfahrungen der Referenten weiter ausgeschmückt. Zudem konnten viele neue Kontakte geknüpft werden und es gab einen guten Austausch zwischen den einzelnen Landesverbänden. Kurz gesagt: Der Osterlehrgang in Berlin war eine sehr positive Erfahrung für mich. Bedanken möchte ich mich für meine Nominierung und für die aufwändigen Organisation des Lehrgangs.

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